Dunkelheit beim Training in Grosshöchstetten im September. (Fotos: Stefan Bohrer)
FC Grosshöchstetten-Schlosswil
FC Grosshöchstetten-Schlosswil

Ein Fussballklub braucht Flutlicht

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Ein Berner Drittligist will sich eine Flutlichtanlage anschaffen, damit künftig auch am Abend trainiert und gespielt werden kann. Auch wenn auf energiesparende LED-Technik gesetzt wird – das wird leider teuer.

Die Meisterschaft in der 3. Liga nimmt schweizweit gerade erst Fahrt auf – auch im Kanton Bern. Ein paar wenige Spiele sind gespielt und schon muss die erste Mannschaft des FC Grosshöchstetten-Schlosswil die Trainings an anderen Orten als dem heimischen Arniacher austragen lassen. Die Männer treffen sich meist an Dienstag und Donnerstag um 19 Uhr zur Arbeit. Es wird früher dunkel. Der Arniacher verfügt über kein Flutlicht. Noch nicht. Die Bilder zeigen es: Es wird dunkel. Zum Glück tragen ein paar Spieler wenigstens Leuchttrikots.

«Der Arniacher wurde 1997 eingeweiht», sagt Klub-Präsident Christoph Brunner. Er ist der ganze Stolz dieses familiär geprägten Fussballvereins mit rund 200 Mitgliedern etwas südöstlich von Bern. «Hier spielen Brüder und Cousins zusammen Fussball», sagt Brunner. 2001 fusionierten die Klubs aus den benachbarten Grosshöchstetten und Schlosswil, seither gibt es diesen FCGS. Eine Auffälligkeit des Vereins ist vielleicht auch, dass sein Kürzel und seine Web-Adresse fast identisch mit jenen des FCSG sind, des FC St. Gallen. Präsident Brunner lacht denn auch: «Ich habe auch schon Mails erhalten, mit denen ihre Fans ihre Saisonabos gekündigt haben. Bei St. Gallen natürlich.»

Rund 20 Jahre nach der Fusion und rund 25 Jahre nach dem Bezug des Arniachers steht für den Klub nun der grösste Investitionsschritt an: Flutlicht. «Wir haben uns früh entschieden, auf LED-Technik setzen zu wollen.» Aus verschiedenen Gründen: So wird Energie gespart. Nachhaltig dürfte auch sein, dass man bei dieser zeitgemässen Technik weniger die Gefahr läuft, in zehn Jahren wieder kostspielig nachrüsten zu müssen. «Und nicht zuletzt ist die Abstrahlung gegenüber den Häusern der Anwohner so geringer», sagt Brunner. Je nach Trainingsbetrieb oder Tageszeit kann die Anlage gedimmt werden. Sechs Masten sind geplant.

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Das Nebenprojekt: Gleichzeitig soll ebenfalls erstmals eine Sprinkleranlage für den Platz gebaut werden. «Das machen wir am besten in einem Schritt, da für die Verkabelung sowieso Gräben gezogen werden müssen», sagt Brunner. Die Anlage soll einen leichten Sommerregen simulieren und dadurch ebenfalls nachhaltig sein, denn sie verbraucht weniger Wasser als die konventionelle Bewässerung von Hand.

Die Gemeinde nicht belasten

Das Projekt geht seine Wege, so wird voraussichtlich die Gemeinde Grosshöchstetten ihren Beitrag leisten. Schliesslich ist sie faktisch Besitzerin der Parzelle. Trotzdem will der Verein die Gemeinde nicht so stark finanziell belasten. Deshalb hat der FCGS ein Crowdfunding auf lokalhelden.ch gestartet mit dem Ziel, dort 30’000 der insgesamt voraussichtlich benötigten 230‘000 Franken einzunehmen.

«Lokalhelden» ist auch die Plattform, über welche das Sport- und Nachhaltigkeitsprojekt «Das Grüne Trikot» Crowdfunding-Aktionen durchzuführen plant. «Die Verantwortlichen fürs ‘Grüne Trikot’ kamen deshalb auf uns zu und fragten, ob wir bei ihrem Projekt auch mitmachen wollen.» Der Vorteil: Die Zusammenarbeiten mit anderen Vereinen in der ganzen Schweiz laufen gerade erst an. Es werden zunächst Energieberatungen durchgeführt. Konkrete Projekte und Ergebnisse ergeben sich erst mit den Monaten und Jahren. Der FC Grosshöchstetten-Schlosswil zeigt mit seinem Bau jedoch bereits exemplarisch, welche Projekte bei Amateurvereinen anstehen könnten.


Dass die Anlage gebaut wird, ist für Brunner sicher. Der Klub verfügt auch über Zusagen von Sponsoren und des Sportfonds des Kantons Bern. Standesgemäss wurde bereits ein Sponsorenlauf durchgeführt. Aber «jeder Franken zählt», wie der Klub zu seinem Crowdfunding schreibt.


Auf dass die 1. Mannschaft des FCGS bald sagen kann: Es werde Licht.

Erste Veröffentlichung:
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Letztes Update: 
19.9.2022

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